Kommentar: Soziale Gerechtigkeit - mehr als ein netter Begriff

Veröffentlicht am 17.02.2021 in Allgemein

Von sozialer Gerechtigkeit wird in Medien und Politik viel gesprochen. Doch was ist das eigentlich genau und ist völlige soziale Gerechtigkeit überhaupt möglich oder nur Utopie? 


Von Martha Sonström

Die Thematik der sozialen Gerechtigkeit befindet sich vielleicht nicht in unserem alttäglichen Bewusstsein, doch gleichzeitig ist sie die Thematik die unser aller Leben beeinflusst. Häufig gerät jedoch der Gedanke daran was soziale Gerechtigkeit überhaupt ist und wie man sie erreichen könnte in den Hintergrund. Die Frage nach wirklichen Reformen, wie massiver Umverteilung des Vermögens, wird meist gar nicht erst gestellt, da alle Lösungen grundsätzlich als utopisch angesehen werden. Doch das sind sie nicht! Natürlich erreicht man soziale Gerechtigkeit und damit verwunden ein gerechtes System, nicht von heute auf morgen, allerdings gibt es klare politische Ansätze und Ideen die unsere Gesellschaft in diese Richtung bewegen würden. 

Denn soziale Gerechtigkeit ist kein abstrakter Begriff, sondern mit drängenden Fragen unserer Zeit verbunden. Wie kann man allen Menschen soziale Sicherheit und Gleichberechtigung in den Systemen ermöglichen? Wie kann man die so häufig genannte Schere zwischen Arm und Reich schließen? Wie kann man Chancenungleichheit aktiv bekämpfen? 

Die Antworten auf diese Fragen sind zwar komplex aber die Reformmöglichkeiten sind vorhanden. Wer sich diesen politischen Fragen mit der Scheinargumentation entzieht, dass soziale Gerechtigkeit und damit die Beseitigung von Ungleichheiten nicht möglich wäre, der ist schlichtweg nicht dafür bereit über ernsthafte Reformen unseres Systems nachzudenken und diese in die Tat um zu setzten. 

Soziale Gerechtigkeit kann natürlich nicht funktionieren, wenn man sie zwar auf der einen Seite in sein neoliberales Wahlprogramm schreibt, einfach weil sich der Begriff „ganz nett anhört“, aber andererseits weiterhin den Kapitalismus und die Privatwirtschaft fördert und jegliche Reformen, die zwingend nötig sind, konsequent ablehnt.

Denn soziale Gerechtigkeit ist mehr als eine nette Begrifflichkeit. Wenn man soziale Gerechtigkeit ernst nimmt muss man Bereiche des bestehenden Systems verändern. Erste Schritte in die richtige Richtung wären der Ausbau sozialer Absicherungen, sodass eben kein zweiklassiges Gesundheitssystem mehr existiert und auch kein Wohnungsmarkt der ausschließlich auf Profitgier angelegt ist. Ebenso ist es zwingend notwendig die Vermögenssteuer wieder einzuführen und eine angemessene Erbschaftssteuer zu erheben, um nur einige Reformbeispiele zu nennen. Damit den schwachen unserer Gesellschaft geholfen werden kann müssen alle einen angemessenen Beitrag dazu leisten, denn nur das ist wirkliche Solidarität. 

Wann wollen wir diese drängenden Fragen denn angehen, wenn nicht jetzt? Nach einer Krise die uns erneut vor Augen geführt hat das Privat vor Staat eben nicht funktioniert das es massive Ungerechtigkeiten im Bildungssystem gibt, um nur zwei Beispiele zu nennen. Spätestens jetzt muss doch wirklich jedem klar geworden sein wie wichtig ein starker Staat, angemessene Löhne und Arbeitsbedingungen sowie die Veränderung der Wirtschaftspolitik ist.

Nur mit massiven Reformen in allen Bereichen können wir wahre soziale Gerechtigkeit erreichen. Damit brauchen wir für soziale Gerechtigkeit nichts außer dem Mut für Veränderung – und linke Mehrheiten. 


 

 
 

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