Ein langer Weg zu mehr Gleichstellung

Veröffentlicht am 06.03.2021 in Allgemein

Christel Humme war 15 Jahre Mitglied des deutschen Bundestags für den nördlichen Ennepe-Ruhr-Kreis. In dieser gesamten Zeit hat sie sich immer wieder stark für Frauenrechte eingesetzt, ob im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend oder auch innerhalb der Fraktion. Noch heute ist sie eine starke Stimme der Frauen in unserer Partei. Wir haben sie gefragt, wie es war in einem mehrheitlich männlichem Bundestag zu sitzen.

Von Jessica Hellinger

 

Wie war es für Dich, in einer ja doch noch Männer dominierten Zeit im Bundestag zu sitzen?

Ja es stimmt, die Frauen waren 1998 in der Minderheit,  aber dank der Quote hatten wir damals 35,2% Frauen in der SPD Fraktion! Das war ein kleiner Machtfaktor (im Bundestag insgesamt waren nur 31% Frauen). Wir wollten damals die Gleichstellung in der Wirtschaft per Gesetz durchsetzen. Wir haben gedroht: wenn wir das Gesetz nicht bekommen, dann stimmen wir den Änderungen im Betriebsverfassungsgesetz nicht zu. Ergebnis: wir haben damals noch keine gesetzliche Regelung erhalten, aber eine „Freiwillige Vereinbarung zwischen  Wirtschaft und Bundesregierung für mehr  Gleichstellung“! Das war der Start für einen langen Weg zu mehr Gleichstellung im Beruf.

Hattest du manchmal das Gefühl, als Frau dort Vor- oder Nachteile zu haben? Falls ja, kannst Du mir ein Beispiel nennen?

Obwohl ich aufgrund meines Studiums genau wusste, dass das Ehegattensplitting im Steuerrecht die Rollenaufteilung zwischen Männern und Frauen manifestierte, nämlich er als Familienernährer, sie Hausfrau oder maximal  Zuverdienerin im Minijob, bin ich gegen die männliche Finanz- und Wirtschaftsmacht selbst mit Unterstützung der weiblichen Abgeordneten nicht durchgedrungen. Bis heute haben Frauen dort das Nachsehen. Persönlich machte ich täglich die Erfahrung, dass nur eine große Frustrationstoleranz, ein „breites Kreuz“ und ein klarer innerer Kompass vor der männlichen Dominanz schützen konnte. Ich glaube meine große Frustrationstoleranz habe ich der Überzeugung aus den 60ern zu verdanken. Damals war mir klar, wenn man die Gesellschaft positiv verändern und Nazis zukünftig verhindern will, dann muss man sich immer politisch engagieren. Diese Grundeinstellung hat heute für mich noch mehr an Bedeutung gewonnen.

Was würdest Du jungen Frauen sagen wollen, die sich ebenfalls in der Partei weiterentwickeln wollen und auch in die Politik aufsteigen wollen?

Liebe Frauen, überlegt Euch genau, was Ihr politisch wollt und kämpft, kämpft für Eure Inhalte und Position! Vernetzt Euch mit gleichgesinnten, nur so könnt Ihr durchsetzungsfähig werden. Und vor allem gebt nicht so schnell auf, wenn Ihr meint mal einen Rückschlag zu erleiden. 

 
 

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