10 Fragen an... Leon Reinecke

Veröffentlicht am 03.05.2019 in Jusos

Wer oder was sind die Jusos? Was verbirgt sich hinter den Zeitungsartikeln und Infoständen? Womit beschäftigen sich die Jusos und was sind Persönlichkeiten, die wichtig für die Arbeit vor Ort sind und diese beeinflussen?

Mit unserer Katagorie "10 Fragen an..." wollen wir euch uns als Jusos, aber auch weitere politische Akteure außerhalb der magischen Bioklippe von 35 Jahren (Ende der Juso-Mitgliedschaft) vorstellen.

Von Daniel Achenbach 

Heute wollen wir euch Leon Reinecke, unseren ENJuso-Vorsitzenden, vorstellen.

1. Es ist der zweite Wahlkampf für dich als Vorsitzender der ENJusos. Ist das ein Vorteil?

Es ist schwierig zu beantworten, ob es wirklich ein Vorteil ist. Bei meinem letzten Wahlkampf war ich gerade ganz frisch gewählt. Wir hatten dann ein Jahr ohne Wahlkampf, indem sehr viel passiert ist. Wir haben viele neue Stadtverbände gegründet. Von daher haben wir natürlich einen Vorteil, als dass wir ein gewisses Vorwissen haben, wie so ein Wahlkampf als ENJusos abläuft. Durch die neuen Stadtverbände (STV) haben wir vielmehr Unterstützung als vorher. Andererseits funktioniert jeder Wahlkampf anders – andere Themen, andere Mentalitäten, andere Gesichter. Aber es ist auf jeden Fall ein Vorteil, dass ich seit eineinhalb Jahren im Amt bin, mir gewisse Abläufe bewusst sind und ich diesen Kreis und die Jusos gut einschätzen kann.

 

2. Wie willst du mit deinem Team den Wahlkampf angehen? Wo willst du die Schwerpunkte setzen?

Wir setzen uns als ENJusos drei Schwerpunkte. Einer davon ist das Thema Arbeit und Soziales. Unser Europaabgeordneter Dietmar Köster hält das Thema enorm hoch. Es geht da um faire Bezahlung oder europaweite, tarifliche Absicherung. Das zweite Thema ist Kultur. Europa hat so viel zu bieten und das sollen mehr Leute erfahren dürfen. Deswegen fordern wir den kostenlosen Eintritt in Museen. Außerdem meinen wir: Jede und jeder sollte die Chance haben, ins Ausland zu gehen und so Europa zu erleben. Das Thema Umwelt, als dritter Schwerpunkt, ist mir besonders wichtig. Nicht erst an den Fridays for Future-Veranstaltungen erkennt man, dass Umwelt- und Klimaschutz internationale Themen sind, bei denen wir nicht in Grenzen denken dürfen. Wir können die beste Politik machen aber die wird bedeutungslos, wenn wir keine funktionierende Umwelt um uns herum haben. Es ist das Thema, von dem alles andere abhängt. Deshalb braucht es einen viel höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft und der Politik. Es ist für mich das entscheidende Thema.

 

3. Im Vorstand wurde ein neues Team gebildet. Was sagst du zu den Veränderungen?

Ich bin total begeistert von den Leuten, die wir in den Vorstand gewählt haben. Mit Daniel als Pressebeauftragten, mit Martha, einer jungen Hattingerin, die ab sofort als stellvertretende Vorsitzende fungieren wird, und Marcel als Beisitzer haben wir tolle Leute dazu gewinnen können. Aber auch Luc wird seine Position als Mitgliederbeauftragter überzeugend ausfüllen, sodass wir ein starkes Team bilden, das die ENJusos mit ihren 300 Mitgliedern führen wird. Über die Zukunft der Jusos müssen wir uns keine Sorgen machen!

 

4. Im letzten Jahr gab es fünf neue Stadtverbandsgründungen. Erleben die ENJusos einen Wahlkampf mit so viel Power wie selten zuvor?

Es ist zu hoffen und zu wüschen, dass wir als Kreisverband mit den STVs einen starken Wahlkampf führen können. Dabei bin ich den Vorsitzenden zu großem Dank verpflichtet, da sie viel Arbeit investieren. Wir haben einen tollen Austausch und man merkt, wie viel Mühe in jeder Aktion steckt. Wir sind inhaltlich super aufgestellt.  Deswegen bin ich guter Dinge, dass wir zusammen einen großartigen Wahlkampf machen werden. Nichtsdestotrotz haben die Vorsitzenden ein Ehrenamt - wir dürfen sie nicht überlasten und müssen dran denken, dass sie fast alle neu im Amt sind. 

 

5. Was erwartest du von deinem Vorstand im kommenden Jahr? Wie siehst du die Neubesetzungen?

Wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen. Wir haben einen schwachen Unterbezirk (UB) wieder auf die Beine gestellt. Mit dem neuen Vorstand möchte ich den UB weiter festigen. Letztes Jahr hatten wir einen Patienten, von dem wir nicht wussten, ob er es schafft. Bei der letzten Hauptversammlung konnten wir sehen, dass der Patient über dem Berg ist, aber da ist mir nicht genug! Das Ziel muss für dieses Jahr muss ein noch stärkerer UB sein! Das Miteinander unter den Städten gefällt mir super und das werden wir im Vorstand auch weiter ausbauen. Mit Socials wollen wir uns demnächst aus der Politikblase rausholen, um auch privat enger zu rücken. Personell haben wir mit Marcel einen tollen Menschenfänger mit super Auftreten. Martha ist noch neu in der Partei. Sie hat im Bereich der überparteilichen Jugendpartizipation gearbeitet, wo sie sich einen Namen gemacht hat. Dass sie in die Parteipolitik gewechselt und meine Stellvertreterin ist, ist ein wahrer Glücksfall, denn selten sieht man ein so selbstbewusstes Auftreten eines so jungen Mitglieds. Durch sie sind wir zudem jünger und weiblicher geworden, was wir immer von der SPD fordern, aber eben auch selbst vormachen. So mancher SPD-STV schafft das eben nicht. Daniel ist die dritte Neubesetzung in Vorstand. Von ihm weiß ich, dass er seine Aufgaben verantwortungsvoll und verlässlich durchführen wird - auch, wenn es mal mehr wird.

 

6. Welche Themen müssen in Zukunft bei den Jusos im ENKreis und den Verantwortlichen im Europaparlament stärker angepackt werden?

Im Europaparlament würde ich gerne mein Herzensthema Umweltschutz stärker vertreten sehen. Als internationales Thema, ist es dort richtig aufgehoben. Klimawandel, CO2-Emissionen oder die Folgen möglicher Reaktor-Unfälle machen nicht vor Grenzen halt. Deswegen halte ich es als wichtigstes Thema. Die EU muss hier auf die BürgerInnen zugehen.

 

7. Warum sollte man deiner Meinung nach am 26. Mai die SPD wählen?

Die SPD ist die Partei, die das Für und Wider abwägt und Kompromisse schließt. Das ist nicht immer schön aber Politik besteht eben aus solchen. Hier sehe ich die Stärke der SPD. Man kann ich nicht beim Thema „Umwelt gegen Arbeitsplätze“ Stellen streichen, damit der Umwelt geholfen ist. Das tut weh, aber wir dürfen nicht dafür sorgen, dass tausende Familien darunter leiden, wenn der Vater oder die Mutter keinen Job mehr finden. Eine weitere Stärke ist, dass die SPD sich nicht von der Wirtschaft beeindrucken lässt. Wir sind für klare Regeln, was Steuern oder auch ein Recht auf Arbeit, etwa für junge Menschen, angeht.

 

8. Wo sind die Unterschiede im Wahlkampf zwischen Kommunalwahl, Landtagswahl oder Europawahl und welchen machst du am liebsten?

Das ist schwierig. Ich bin selbst erst in der Kommunalwahl 2015 eingetreten und hab dort sehr städtisch gearbeitet. Die Landratswahlen habe ich eher beiläufig mitbekommen. Nach meiner Zeit als Juso-Vorsitzender in Hattingen, wo wir einen überragenden Bundes- und Landtagswahlkampf gemacht haben, wird die Leitung des Juso-Europawahlkampfes im ENKreis eine neue Herausforderung. Alle Wahlen haben ihren Reiz und ihre speziellen Herausforderungen haben. Der Unterschied liegt dabei auf der Hand: die Nähe. Brüssel scheint weit weg. Da müssen wir ansetzen, um das Bild der EU aufzubessern – Europa ist vor Ort. Bei der Kommunalwahl spüren die WählerInnen die Nähe der Politik, denn da geht es um die Laterne vor der Haustür.

 

9. Hast du politische Vorbilder? Wenn ja, welche und warum?

Politische Vorbilder Stil kann ich nicht sagen. Ich hatte als 9 jähriger Junge kein Bild von Willy Brandt im Zimmer hängen, aber es gibt Leute, die ich bewundere. Der ehemalige amerikanische Vizepräsident Al Gore ist für mich eine bedeutende Persönlichkeit. Im weitesten politischen Sinne kann man auch den Umweltschützer Paul Watson nennen. Auf städtischer Ebene sind für mich mein Ortsvereinsvorsitzender und mein Parteivorsitzender ganz wichtige Anlaufstellen. Über deren Tipps bin ich immer glücklich. Ohne sie wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. 

 

10. Wann hast du gemerkt, dass du dich politisch engagieren willst? Was war der Auslöser?

2015 bin ich erst bei den Jusos eingetreten - später im Jahr auch in die SPD. Das war aber sicher nicht der Anfang, sondern so etwas wie der finale Schritt. Politisches Interesse entwickelt sich ja bei jedem mit der Zeit. Den einen Auslöser gab es nicht. Ich wollte irgendwann nicht mehr nur zusehen und meckern, sondern anpacken, helfen und mitreden. So bin ich eingetreten und hatte dann viel Glück. Vor meinem Eintritt habe ich Gespräche mit meinen Eltern und Freunden geführt. Wichtig war für mich auch ein Schulbesuch in Berlin, bei dem uns ein CDU-Abgeordneter kaum Fragen beantworten konnte – von SchülerInnen der zehnten Klasse! Da dachte ich mir, dass es nicht sein kann, dass solche Leute an so wichtige Posten kommen. Heute ist dieser Politiker in der Wirtschaft tätig. Das war ein wenig der Anfang eines Prozesses, der mich dann in diese Partei geführt hat. Und es war die richtige Entscheidung, der SPD und den Jusos beizutreten.

 
 

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