10 Fragen an... Ann-Kathrin Limpert

Veröffentlicht am 25.08.2019 in Jusos
 

Was sind die Jusos? Wer verbirgt sich hinter den Artikeln und Ständen? Womit beschäftigen sich die Jusos?

Mit unserer Katagorie "10 Fragen an..." wollen wir euch uns als Jusos, aber auch weitere politische Akteure außerhalb der magischen Bioklippe von 35 Jahren (Ende der Juso-Mitgliedschaft) vorstellen.

Dieses Mal mit Ann-Kathrin Limpert, der Vorsitzenden der Jusos Gevelsberg und Beisitzerin der ENJusos.

Von Daniel Achenbach 

 

1. Wärst du Bundeskanzlerin, dann wäre deine erste Handlung...?
Das Bildungssystem in Deutschland wieder zu zentralisieren und dem Bundeshaushalt mehr Gelder für Bildung einräumen. Momentan gehen vom Bundesjahreshaushalt, der mehr als 300 Milliarden Euro vorsieht, nur etwa 17 Milliarden Euro in Bildung und mehr als doppelt so viel ins Militär. Das kann doch nicht sein. Den Schüler*innen fallen fast die Gebäudedecken auf den Kopf und es herrscht absurd hoher Lehrermangel, aber für kaputte Helikopter und Berater ist Geld da. Eine Zentralisierung des Schulsystems ist zwar eine abstruse Forderung, da dies aus der Geschichte heraus in Deutschland nie der Fall sein wird, dennoch müssen wir bei Bildung und Teilhabe an Bildung Chancengleichheit schaffen. Nur wenn wir die Chancengleichheit im Bildungssystem haben, können wir auch Chancengleichheit in der Gesellschaft schaffen. Es kann doch nicht sein, dass ein Kind, welches aus einem sozial-schwachen Milieu kommt, nicht dieselben Chancen auf Bildung hat wie ein Kind aus einem sozial-starken Milieu. Ach ja, und ich würde, als Bundeskanzlerin Frau Kaliczek sofort entlassen. Es regt mich so auf, dass die CDU/CSU keinen wirklichen Wert darauflegt, wer dieses Ministeramt besetzt. Jetzt sitzt da jemand, der sich in seinem beruflichen Werdegang kaum mit bildungspolitischen und wissenschaftspolitischen Fragen auseinandergesetzt hat und auch kaum bereit dazu ist sich damit wirklich auseinanderzusetzen. Stattdessen werden Millionengelder für irgendwelche Wissenschaftsstandorte in einem bestimmten Wahlkreis ausgegeben.


2. Stell dir vor, du wärst nicht bei den Jusos gelandet. Was würde dir jetzt fehlen?
Die kritischen Auseinandersetzungen mit wichtigen sozialpolitischen Fragen würden mir fehlen. Ich bin 2013 in die SPD eingetreten, weil ich nach der damaligen, schon schlechten, Bundestagswahl für die SPD unter Peer Steinbrück gedacht habe, dass kann in Deutschland nicht so weiter gehen. Die SPD setzt für mich die richtigen Schwerpunkte, auch wenn ich nicht mit allem einverstanden bin. Ich froh bei den Jusos zu sein, denn wir haben die „Lizenz zum Meckern“. Kritik ist immer wichtig solange sie sachlich und auch begründet ist. Ich glaube mir würde es fehlen Kritik zu üben, aber auch neue Ideen nach vorne zu bringen. Ich wüsste dann manchmal glaube ich gar nicht wohin mit meinen politischen Gedanken, ohne ein Forum, wie die SPD und die Jusos zu haben.


3. Was sind aus deiner Sicht die Stärken der ENJusos?
Dass wir einen guten Zusammenhalt haben und auch sachlich kritisch miteinander diskutieren können. Besonders freut mich, dass bei den ENJusos fast alle Städte im ENKreis dabei sind und alle Anwesenden sich nicht nur um die Belange ihrer Städte kümmern, sondern jeder Interesse daran hat, dass es in allen Städten möglich ist politisch was zu bewegen.
 
4. Welche Überschrift wünscht du dir für das Jahr 2020?
Ich kann mich nicht für eine Überschrift entscheiden deswegen präsentiere ich zwei:  
„SPD verlässt am 1.Januar 2020 Große Koalition und löst damit Neuwahlen aus.“
Die die zweite und die dritte GroKo hintereinander tut unserer Partei nicht gut, dass habe ich aber 2013 schon befürchtet, dass es dann nur noch steil bergab geht. Die FDP hat den Schwanz eingezogen, obwohl sie im Bundestagswahlkampf noch von Verantwortung übernehmen getönt haben. Die anderen Optionen waren neben der Groko, Neuwahlen und eine Minderheitenregierung. Neuwahlen hätte die Populisten gestärkt und die Regierungsbildung wäre noch schwieriger geworden und 91 von diesen Nationalisten sind schon genug im Bundestag. Die Minderheitenregierung hätte Merkel nicht zu gelassen, das wäre ja Arbeit für sie gewesen und man hätte politische Probleme anpacken müssen und es nicht aussitzen können. Die SPD hat sich auch durch ihre frühe Absage an eine weitere Groko und dann den späteren doch Zusammenkommen, derbe in die, schon durch die letzte Groko, tiefe Wunde geschnitten, doch wenn man die anderen Optionen in Betracht sieht, war der Punkt wo die SPD Verantwortung übernommen hat, als Christian Lindner vor der Verantwortung davon gelaufen ist.
„Verfassungsschutz betrachtet Alternative für Deutschland als Beobachtungsfall, Verfassungsgericht leitet Verbotsverfahren ein.“
Ich denke zur AfD muss ich nicht viel sagen. Sie schürt Hass gegen alles und jeden, der nicht in ihr völkisches Weltbild passt. Die Partei sitzt demokratisch gewählt im Bundestag. Doch nur durch ihre demokratische Wahl heißt es nicht, dass diese auch demokratisches Gedankengut vertreten. Nun ist die Nazikeule nicht über alle AfD-Mitglieder zu schwingen, da auch welche in der Partei sind, die sich durch die mehr liberalere Politik der CDU/CSU nicht vertreten fühlen.
Aber die AfD hat Menschen in ihrer Partei, die das demokratische System ablehnen und am liebsten umwälzen wollen. Diesen Personen geht es nicht darum „besorgte Bürger“ zu vertreten.


5. In Zeiten von Fridays for Future und dem Ruf nach mehr Klimaschutz:  
Welche Rolle spielt hier die Jugend für die Durchsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes?

Erst einmal muss die Jugend von den Politikern ernstgenommen werden. Den „Profis“ das ganze allein zu überlassen, ist schon fasst eine Farce. Diese Generation hat das Problem, welches kein neues ist, erkannt und polarisiert damit. Ich denke viele Politiker können nicht damit umgehen, von einer ganzen Generation an die Wand gestellt und gefragt zu werden, was habt ihr bis jetzt für den Klimaschutz getan? Um dann ehrlicherweise zu Antworten eigentlich nicht so viel. Stattdessen wird diese politisierte Generation als Schulschwänzer diffamiert. Es ist wichtig auf die Jugendlichen zu zugehen und zu zuhören, aber auch aufzuzeigen, dass die geforderten Maßnahmen so wichtig sie auch sind, nicht einfach umzusetzen sind. Würden wir von heute auf morgen aus der Kohle aussteigen, sind mehrere tausend Menschen arbeitslos. Es müssen neue Jobs für diese Menschen geschaffen werden, am Besten in der Industrie für erneuerbare Energien. Es wichtig, dass die Jugendlichen weiterdenken und nicht nur fordern, und sich auch bewusst machen, welche Konsequenzen ihre Forderungen haben können und dann auch Verantwortung übernommen werden muss.


6. Inwieweit ist das Lehramt mit der Politik vergleichbar?
Ich glaube Lehramt und Politik haben die Gemeinsamkeit, dass man sich immer wieder aufs Neue durchsetzen muss. Ich studiere jetzt im Master Lehramt und blicke immer mehr in Richtung Referendariat. Und auch dieser Weg dorthin ist noch ein wenig steinig. So kommen immer wieder neue Herausforderungen dazu. In der Politik ist es ähnlich, es kommen immer mehr neue Dinge auf einen zu, meist hat man mehr Probleme als Antworten und man braucht immer wieder Lösungen mit denen alle einverstanden sind. Irgendwie ist es in der Schule nicht anderes. Man möchte alle zufrieden stellen. Alle sollen Spaß am Unterricht haben, aber das ist nicht möglich, das liegt aber auch daran, dass Menschen einfach unterschiedlich sind. Und ich denke alle zufriedenzustellen ist eine große Gemeinsamkeit von Politiker*innen und Lehrer*innen.


7. Was ist dein Lieblingsmoment bei den Jusos gewesen?
Ich glaube, dass war unsere gemeinsame Fahrt nach Berlin. Ich kann das gar nicht so sagen, da ich immer wieder schöne Momente mit den Jusos erlebe, sei es bei den Sitzungen, bei unseren Unternehmungen oder Aktionen.


8. Was ist deine Lieblingsfigur aus einem Film deiner Wahl?  
Super Frage, da ich ja so viele Filme gucke - nicht. Ich mag die Filme von Quentin Tarantino und sonst kann man die Zahl der Filme, die ich geguckt habe an gefühlt vier Händen abzählen.  
Ich glaube es ist Mr. Pink aus Reservoir Dogs, es klingt völlig falsch einen Gangster als Lieblingscharakter zunehmen. Ich mag einfach diese zynische Art und auch die Frage danach, warum er ausgerechnet Mr. Pink sein muss, dass sei doch eher was für Mädchen. Ich frage mich immer, wehr sich den Blödsinn mit den stigmatisierenden Farben für die Geschlechter ausgedacht hat?


9. Gevelsberg ist die coolste Stadt im Kreis, weil...?
Ich glaube es gibt nicht die coolste Stadt im Kreis, da alle Städte für sich einzigartig sind. Wir können im ENKreis einfach so froh sein, dass bei uns im Ruhgebiet eine so große Vielfalt an Städten gibt und da zählen die im ENKreis dazu. Gevelsberg hat einfach einen tollen Kleinstadtcharm. In Gevelsberg kann man wunderbar in der City sitzen und Kaffee trinken, aber auch nach Silschede und Asbeck fahren, um die Natur zu genießen und wunderbar über die Fahrradtrasse in Silschede, die anderen Städte besuchen. Aber auch Berge und Vogelsang sind schön. Dort gibt es auch den ein oder anderen Spazierweg. Ach ja, wir haben die Gevelsberger Kirmes, die ist einfach einzigartig im Kreis! Wann läuft man mal so viel bergauf, wie an den Gevelsberger Kirmestagen?


10. Dein Herz schlägt im Kreis, weil...?
Der Kreis einfach so viel Vielfalt auf wenig Platz bietet, was Unternehmungen im Kreis immer wieder spannend und spaßig macht.

 

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