Ein Sieg für die Liebe – Ehe für alle beschlossen

Veröffentlicht am 30.06.2017 in Allgemein

Für viele Deutsche ging es heute morgen früh aus dem Bett – auf zur Arbeit, zur Schule oder auch ab vor den Fernseher! Sie wollten dabei sein, wenn der Bundestag endlich über die Ehe für alle abstimmt und die Diskriminierung von Homosexuellen beendet.

In 38 Minuten zum Gesetz

Bis zur letzten Sekunde haben einige UnionspolitikerInnen versucht die Abstimmung über die Ehe für alle zu verhindern. Sie wollten, dass der Tagesordnungspunkt nicht im Bundestag besprochen wird und bis nach der Wahl im September verschoben wird. Dies wurde jedoch verhindert und so kam es, dass nach 38 Minuten Zeit zur Debatte abgestimmt wurde. Die Debatte offenbarte, was eigentlich schon längst klar war. Die Ehe für alle erhielt große Zustimmung und wurde zum Teil mit sehr emotionalen Statements begrüßt. Dass der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion als guter Christ noch immer an der Diskriminierung von homosexuellen Paaren festhalten wollte wurde zur Nebensache.

Beschlossene Sache

Nach der Debatte ging es in die namentliche Abstimmung. 393 ParlamentarierInnen stimmten hierbei für die Ehe für alle, i226 dagegen und vier enthielten sich. Damit ist die Ehe für alle beschlossene Sache! Für uns Jusos ein Grund zum Feiern! Jahrzehntelang kämpften wir Seite an Seite mit den verschiedensten Gruppen für eine Öffnung der Ehe. Nun ist endlich gegeben, dass Mann und Frau nicht mehr ein Monopol auf die Ehe haben, sondern zwei Männer oder zwei Frauen werden ihnen komplett gleichgestellt mit allen Rechten und Pflichten. Eine überfällige Entscheidung, gerade wenn man bedenkt, dass bereits 14 andere europäische Länder die Eheöffnung beschlossen haben – Deutschland ist leider nur Nachzügler und kein Vorbild. Dennoch wollen wir diesen historischen Tag nicht schlecht reden, sondern die Liebe feiern, denn sie hat heute gesiegt.

Merkels Bauchgefühl

Nach der Abstimmung gaben mehrere PolitikerInnen Statements ab. Während parteiübergreifend das neue Gesetz begrüßt wurde, war Bundeskanzlerin Merkel noch mit sich am zaudern. Sie gestand ein gegen die Ehe für alle gestimmt zu haben. Bei der Kanzlerin gewann das Bauchgefühl über die Gerechtigkeit – schade!  

 

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