Bundesparteitag mit voller Kraft in Richtung Kanzleramt

Veröffentlicht am 27.06.2017 in Allgemein

Es ist schon aufregend das erste Mal in der großen Halle zu sein, in der am selbigen Tag noch die ganzen Parteigrößen aus dem Fernsehen sein werden. Aufregend zu hören was sie sagen, wie sie sich verhalten, wie die ganzen anderen Menschen sind. Es ist schon aufregend, das erste Mal auf einem Bundesparteitag der SPD zu sein – für viele unserer Jusos war es am Wochenende das erste Mal.

Lockere Stimmung auf dem Parteiabend

Vor dem Bundesparteitag fand standesgemäß der Parteiabend statt. Der diesjährige Parteitag fand in den Westfalenhallen statt und der Parteiabend „passenderweise auf der Kampfbahn Rote Erde“, so Martin Schulz in seiner Rede. Auf einem Parteiabend kommen die GenossInnen zusammen, diskutieren und lernen sich in lockerer Atmosphären kennen. Sie essen und trinken und so taten es auch unsere Jusos die teilnahmen. Das besondere ist, dass man auf einem solchen Parteiabend dann auch mal gut und gerne mit Heiko Maas, unserem Bundesjustizminister, oder Katharina Barley, unsere Bundesfamilienministerin, am Tisch sitzt. Der perfekte Ort also für die SelfiejägerInnen unter uns Jusos.

 

Venceremos – Auf in den Kampf

Am nächsten Tag ging es früh los für unsere Mitglieder. Um 10:00 Uhr sollte der Parteitag beginnen. Im Endeffekt wurde es fast 11:00 Uhr. Der Grund war jedoch erfreulich. Es kamen deutlich mehr Gäste als erwartet, die den Parteitag live miterleben wollten. Mehr als 6000 Leute mit und ohne Parteibuch strömten in die Halle.

Dann war es endlich soweit. Die Halle wurde dunkler, es kam Musik aus den Lautsprechern, Martin Schulz und der Parteivorstand betreten die Halle. Eröffnet wird der Parteitag jedoch nicht vom Vorsitzenden, sondern von Manuela Schwesig. Sie begrüßt die Gäste und vor allem ein Mann bekommt großen Applaus: Can Dündar. Der türkische Journalist, der aus der Türkei geflohen war, weil er dort von Erdogan zum Terroristen erklärt wurde, saß in der erste Reihe.

Der zweite Redner des Tages war Altkanzler Gerhard Schröder. Er sprach davon, wie 2005 die SPD noch mehr als 20 % aufholten und das Duell um das Kanzleramt nur denkbar knapp verlor. „Venceremos! Auf in den Kampf!“, rief er ins Mikrophon.

Auch Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann sprach zu den Delegierten. Sie legte ein klares Bekenntnis gegen Merkel ab. „Meine Generation hat keine Lust mehr auf Angela Merkel! Wir haben keine Lust auf eine Politik des Abwartens. Ich habe es satt, dass Merkels Bauchgefühl mehr zählt, als Gerechtigkeit!“ Johanna bekam viel Applaus. Auch als sie ihre Bilanz zur Unionsrolle in der GrKo zog: „Das einzige, was die Union in der großen Koalition gemacht hat, war unsere Projekte zu verhindern und für stillstand zu sorgen.“

 

Auftritt Matin Schulz

Dann war er da. Der Augenblick auf den die vielen Menschen, die vielen Kameras und natürlich ganz besonders unsere Jusos abwarteten: Martin Schulz betrat die Bühne.

In seiner 90 minütigen Rede stellte er vor für welche Ideen er Kanzler werden wolle. Er forderte den türkischen Präsidenten auf zur Demokratie zurück zu kehren, schickte eine Liebeserklärung an Europa, machte die Ehe für alle zur Koalitionsbedingung und zeigte deutliche Unterschiede zwischen SPD und CDU auf. Martin verwies auf das fehlende Steuerkonzept der CDU, mahnte an, dass diese kein Rentenkonzept ausarbeiten will und warf Kanzlerin Merkel vor „eine Politik zu betreiben, in der alles ausgesessen wird. Eine Politik, in der man nicht anecken möchte und in der man Politik als langweilig darstellen will.“ Er stellte heraus, dass das, was die CDU macht „ein Anschlag auf die Demokratie ist.“

Nach Martins Rede stand die Halle. Fast 15 Minuten applaudierten die Leute. Auf den Rängen erschienen Jusos, die riesige Buchstaben hielten. Zu lesen war „Zeit für mehr Gerechtigkeit“ und „Zeit für Martin Schulz“.

 

Programm einstimmig beschlossen

Die Debatte über das Regierungsprogramm lief reibungslos ab. Hier und da wurden noch Änderungen vorgenommen, so wird es mit der SPD nun keine Abschiebungen mehr nach Afghanistan geben und auch das Bafög wird besser angepasst, aber alles in allem waren sich die Delegierten einig, dass ein gutes Programm ausgearbeitet wurde, das Deutschland gerechter macht. Dementsprechend konnte das Programm einstimmig beschlossen werden.

 

 

 

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