Protest gegen Jugendzentrumsschließung

Kommunalpolitik


Protestzug

In Herdecke zogen am Freitag den 16.04. rund 200 bis 250 Demonstranten in einem Protestmarsch von Kirchende nach Herdecke, um ihren Unmut über die Sparpläne der Herdecker Jamaika-Koalition Ausdruck zu verleihen. Der Protestmarsch richtete sich vor allem gegen den Abriss des Ender Jugendzentrums „MiTTendriN“. Denn nach den Plänen der Jamaika-Koalition soll der gesamte Gebäudekomplex, in dem sich auch das noch im letzten Jahr für fast 120.000 Euro renovierte Jugendzentrum befindet, dem Erdboden gleich gemacht werden, um das Grundstück sodann zu veräußern und einer Wohnbebauung zugänglich zu machen.
Gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Rettet das MiTTendriN“ hatten die Herdecker Jusos mit Pressemeldungen, Plakaten und Flyern auf den Protestmarsch aufmerksam gemacht. Besonders erfreulich war, dass

die Menge der Protestmarschteilnehmer ausgesprochen heterogen war. So liefen Jugendliche neben AWO-Mitgliedern und Lehrern der Albert-Schweizer Schule, gemeinsam mit Vätern und Müttern, die ihre Kinder auf den Schultern trugen, ebenso wie einfach empörte und von den Sparplänen gänzlich unbetroffene Bürger, die sich mit den Belangen der Kinder und Jugendlichen solidarisch zeigten. Große Unterstützung erhielten die Herdecker Jusos auch von ihrem Stadtverband, den EN-Jusos und ihrem Landtagsabgeordneten Thomas Stotko, der sich ebenfalls sehr empört darüber zeigte, dass kurzfristig, ohne Beteiligung Betroffener und ohne Fachausschuss beschlossen wurde, das Jugendzentrum „MiTTendriN“ nebst Schule zu schließen, eine Schule zu verlagern und den gesamten Gebäudekomplex abzureißen. Gerade diese Vorgehensweise ist vielen Herdecker Bürgern ein Dorn im Auge und so verwundert es nicht, dass häufig Wörter wie „hinterhältig“ und „Sozial-Kahlschlag“ fallen. Nach einer dreiviertel Stunde erreichte der Protestmarsch die Herdecker Innenstadt, wo der Herdecker Juso-Vorsitzende Jan-Christoph Schaberick im Rahmen der Abschlusskundgebung nochmals lautstark bekundete, dass das Jugendzentrum „MiTTendriN“ in seiner jetzigen Form erhalten bleiben müsse, da der Stadtteil Ende ein offenes Angebot für Kinder und Jugendliche mit fachlich qualifiziertem Personal brauche. Sodann wurde der Herdecker Bürgermeisterin zur Erinnerung an den Protestmarsch von den Kindern und Jugendlichen ein Foto überreicht, das den Innenbereich des Jugendzentrums zeigte und auf dessen Rahmen viele der Protestmarschteilnehmer unterschrieben.
Die Bürgerinitiative „Rettet das MiTTendriN“ und die Herdecker Jusos werden die weiteren Schritte der Politik scharf verfolgen, da in den nächsten Tagen, aufgrund von Formfehlern ein neuer Beschluss des Herdecker Stadtrats gefällt werden muss. Kim Quermann von den Herdecker Jusos, die seit der letzten Kommunalwahl im Rat der Stadt Herdecke sitzt, wird in den anstehenden Ausschuss- und Ratssitzungen nochmals bekräftigen, wie wichtig qualifizierte städtische Kinder und Jugendarbeit ist und die Forderung der Bürgerinitiative zum Erhalt des Jugendzentrums unterstützen.
Sollte die Jamaika Koalition nicht völlig von ihrem bisherigen Kurs abweichen, werden die Bürgerinitiative und die Herdecker Jusos ein Bürgerbegehren in die Wege leiten, damit die Herdecker Bürger letztlich selbst über diese Angelegenheit entscheiden können.

 
 

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